Der feierliche GlockengussEs ist 15.00 Uhr. Das Metall ist fast auf die Minute fertig und sechs Glockengießer betreten die Grube. Aus Dresden sind die Gäste inzwischen zum Glockenguss angereist und haben sich um die Gießgrube versammelt. Herr Pfarrer Fritz, Pfarrer der Frauenkirche Dresden, spricht mit den Besuchern das traditionelle Gebet vor dem Glockenguss. „In Gottes Namen Metall!“ gibt Albert Bachert den Befehl zum Aufstoßen des zugemauerten Ofens, so dass das Metall zischend in den Kanal fließt. Die Glockengießer haben inzwischen den Schieber des ersten Nebenarms geöffnet, und das Metall sucht sich seinen Weg in den Trichter von JOHANNES, e‘, der Verkündigungsglocke. In den beiden Eingüssen stecken noch die metallenen Gießbirnen, die unser Glockengießer in der Hand hält, um sie erst nachdem sich ein Metallbad im Trichter gebildet hat, den Einguss in die Lehmform freizugeben. Gas entweicht über die Windpfeifen aus der Form und wird entzündet (abgefackelt). Je höher das Metallniveau in der Form steigt, desto höher steigt die Flamme. Schließlich füllt sich die Form. Sie "spuckt" nur wenig - ein Zeichen dafür, dass die Form gut trocken und das Wachs sauber ausgebrannt war. Dieser Seitenkanal wird nun schnell mit Erde abgedichtet und durch das Herausziehen des nächsten Schiebers der zweite Nebenarm geöffnet, der zum Eingusstrichter von PHILIPPUS, der Taufglocke mit dem Ton d‘‘ führt. Der weiteren Reihenfolge nach werden so JOSUA - a‘ - die Trauglocke, JESAJA, die große Friedensglocke - d‘, DAVID - die Gebetsglocke c‘‘ und JEREMIA - die Stadtlgocke g‘ - gegossen. Albert Bachert ist Erleichterung und Zufriedenheit anzumerken, als er Pfarrer Fritz bittet, nach dem technisch gelungenen Guss in der Lithurgie fortzufahren. Gemeinsam beten wir Fürbitten, das Vaterunser und singen mit Unterstützung des Posaunenchors von Leingarten "Nun danket alle Gott". Das nebenstehende Foto hat der Künstler Christoph Feuerstein gemacht. |
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